Wenn der Partner uns betrügt und eine Affäre auffliegt oder offenbar wird, ist das eine der dunkelsten Stunden in einer Partnerschaft. Kaum etwas tut so weh, ist so unerträglich wie das Gefühl betrogen worden zu sein. Die tiefe Enttäuschung, der Schmerz scheinen zu Beginn nicht aushaltbar. Es scheint, als ob es kein Zurück mehr gibt. Schluss-aus-Ende.

Wenn wir uns gekränkt und betrogen fühlen, tendieren wir dazu, die Gründe für den Seitensprung alleine bei dem Partner zu finden, der die Affäre hat. Wir ziehen uns als Opfer zurück und wissen, wer Schuld hat. Hier entbrennen oft erbitterte Kämpfe aus Beschuldigungen und Rechtfertigungen.

Wenn unser Geist es nicht schafft zur Ruhe zu kommen und sich zu weiten, dann mündet eine Affäre schnell in Trennung bzw. Scheidung.

So schmerzhaft es ist: Wenn wir es schaffen, die wahren Ursachen des Fremdgehens des Partners ehrlich anzuschauen, kann sich das Blatt wenden.

Die Bereitschaft anzuerkennen, dass eine Beziehung immer ZWISCHEN zwei Menschen stattfindet und sich alles auf alles auswirkt weitet die Perspektive: Jenseits von Schuld sind wir eingeladen uns zu fragen: Wie ist es dazu gekommen? Was genau hat unserer Partnerschaft zuletzt gefehlt, das einer der Partner seine Bedürfnisse nicht mehr erfüllt gefühlt hat und fremdgegangen ist? Und was habe ICH genau dazu beigetragen? Was konnten wir nicht (mehr oder noch nie) ehrlich miteinander teilen? Wo haben wir uns etwas vorgemacht? Wo sind wir in alte Muster gerutscht, ohne sie zu hinterfragen?

Das heißt nicht, dass wir all die Gefühle des Alleinseins und des Verlassenseins, die mit der Affäre verbunden sind, nicht fühlen sollen und ganz schnell vergeben und vergessen müssen. Nein, das alles ist ja da. Und hat seine Berechtigung. Es ist ok, wie es ist.

Die Krise zeigt uns kristallklar, was genau in der Beziehung im Argen lag, wenn wir die Lektion nehmen können. Jede Dreiecksbeziehung deckt etwas auf. Was hat der Partner mit seiner Geliebten/die Partnerin mit ihrem Geliebten gelebt, was sie in der Beziehung nicht leben konnte?

Am Anfang ist das ungeheuer schwer. Es lohnt sich allerdings immer die Frage: Ist die Beziehung nun tatsächlich zu Ende oder gibt es eventuell noch einen gemeinsamen Weg?

Wenn ein gemeinsamer Weg nicht ausgeschlossen werden kann, geht es zunächst darum, dass beide Partner Bilanz ziehen, reflektieren und wieder in ihre eigene Kraft und Lebendigkeit kommen. Kümmern Sie sich in dieser Phase gut um sich!

Eine gute Frage in dieser Phase ist: Welche Qualität kann diese Affäre in mir/uns (wieder oder zum allerersten Mal) zum Leben erwecken? Was habe ich, haben wir, nicht mehr gelebt?

Dann geht es erst einmal ums komplette Loslassen. Den anderen freigeben. Keine Forderungen, Erwartungen oder Druck. Nur ohne Abhängigkeiten und Anhänglichkeiten kann der Weg wieder zueinander führen. Nur so ist alles wieder offen.

Wenn wir beginnen zu klammern, aus Angst den Partner/die Partnerin komplett zu verlieren erreichen wir nur das Gegenteil.

Je nachdem, was als Widrigkeiten und Ursachen erkannt wurde, steht die Entwicklung der beiden Partner, allerdings jeder für sich, an.

Dann kann, zu gegebener Zeit, nach einer Phase der Neufindung der Partner, eine Wiederannäherung stattfinden.

Oft ist dieser Prozess sehr schwierig und herausfordernd. Es lohnt sich, sich Unterstützung durch einen Beziehungscoach zu holen. Wenn Sie sich diesbezüglich Wegbegleitung wünschen, kontaktieren Sie mich gerne für ein kostenfreies Vorgespräch. Ich freue mich auf Ihre Anfrage.


Liebe Grüße, Gabriele


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